Vita

1905: Geburt am 25. Juli in Rustschuk an der Donau in Bulgarien. Elias Canettis Eltern sind spaniolische Juden, deren Familien Ende des 15. Jahrhunderts aus Spanien in die Türkei vertrieben wurden.

1911: Übersiedlung der Familie Canetti nach Manchester, England.

1912: Tod des Vaters Jacques Canetti.

1913: Umzug der Familie nach Wien.
Auf dem Weg nach Österreich macht die Familie während des Sommers Station im schweizerischen Lausanne. In diesen Monaten bringt die Mutter dem achtjährigen Elias Canetti Deutsch bei.

1913/14: In Wien besucht Elias Canetti die dritte Volksschulklasse.

1916-21: Die Canettis ziehen in die Schweiz. Canetti besucht in Zürich das Realgymnasium und beschreibt diese Zeit später als „Schule der Menschenkenntnis".

1921-24: Umzug der Familie nach Frankfurt/Main. 1924 macht Elias Canetti das Abitur.

1924: Elias Canetti kehrt nach Wien zurück und studiert Chemie. Zugleich beschäftigt er sich mit anderen Studien – insbesondere Karl Kraus, dessen Vorlesungen Canetti besucht, beeinflusst Canetti stark. Erste Begegnung mit seiner zukünftigen Frau Veza Taubner-Calderon.

1925: Erster Plan zu einem Buch über die Masse.

1928: Canetti besucht erstmals Berlin und begegnet dort George Grosz, Bert Brecht und Isaak Babel.

1929: Promotion zum Dr. phil. nat. an der Universität Wien.

1930/31: Arbeit an Die Blendung, die noch Brand fängt Feuer heißt.

1933: In Wien begegnet Canetti Fritz Wotruba, Robert Musil, Anna Mahler, Avraham Ben Yitzhak und Alban Berg.

1934: Heirat mit Veza Taubner-Calderon.
Canetti beendet die Komödie der Eitelkeit, die er unter dem Eindruck der Bücherverbrennung in Deutschland begonnen hatte.

1935: Das Ehepaar Canetti zieht in die Himmelstraße 30 nach Grinzing.
Die Blendung erscheint im Herbert Reichner Verlag, Wien.

1937: Tod der Mutter Mathilde Canetti in Paris.

1938/39: Emigration über Paris nach London. Canetti setzt seine anthropologischen Studien fort und arbeitet etwa zwanzig Jahre lang an Masse und Macht.

1942: Als Gegengewicht zu Masse und Macht beginnt Canetti mit der täglichen Niederschrift seiner Aufzeichnungen.

1948: Die Blendung erscheint im Willi Weismann Verlag, München.
Trotz einiger hervorragender Besprechungen wird der Roman kaum beachtet und verschwindet nach der Währungsreform ganz aus dem Buchhandel. 

1952: Canetti verfasst das Drama Die Befristeten.

1954: Reise nach Marrakesch.

1955: Canettis Monographie über den Bildhauer Fritz Wotruba erscheint in deutscher und englischer Ausgabe bei Brüder Rosenbaum, Wien.

1956: Uraufführung des Dramas Die Befristeten unter dem Titel The Numbered durch die Oxford Playhouse Company.

1960: Masse und Macht erscheint im Claassen Verlag, Hamburg.

1963: Tod Veza Canettis. In den kommenden Jahren hält sich Canetti häufig bei seinem Bruder Georges in Paris auf.
Durch das nochmalige Erscheinen der Blendung im Carl Hanser Verlag, München, gelingt Canetti auch in Deutschland der Durchbruch, nachdem er in England, Frankreich und den USA längst ein anerkannter Autor ist.

1965: Uraufführung von Komödie der Eitelkeit und Hochzeit am Staatstheater Braunschweig.
Die Aufzeichnungen 1942-1948 erscheinen.

1966: Canetti erhält den Deutschen Kritikerpreis.

1968: Die Stimmen von Marrakesch erscheinen als erster Band der neuen Reihe Hanser.
Der Große Österreichische Staatspreis wird an Canetti verliehen.

1969: Der andere Prozeß. Kafkas Briefe an Felice erscheint in der Reihe Hanser
Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

1970: Canetti wird Mitglied der Berliner Akademie der Künste und korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
Alle vergeudete Verehrung. Aufzeichnungen 1949-1960 erscheint in der Reihe Hanser.

1971: Heirat mit der Restauratorin Hera Buschor. Canettis Bruder Georges, dem Die gerettete Zunge gewidmet ist, stirbt in Paris.

1972: Geburt der Tochter Johanna. Canetti lebt abwechselnd in London und Zürich.
Georg-Büchner-Preis.
Die gespaltene Zukunft. Aufsätze und Gespräche erscheint in der Reihe Hanser
Canetti wird Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

1973: Die Provinz des Menschen. Aufzeichnungen 1942-1972 erscheint.

1974: Der Ohrenzeuge erscheint.

1975: Das Gewissen der Worte. Essays erscheint.
Nelly-Sachs-Preis.

1976: Ehrendoktorwürde der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Zur Verleihung hält Canetti die Rede Der Beruf des Dichters.

1977: Gottfried-Keller-Preis.
Die gerettete Zunge. Geschichte einer Jugend erscheint.
Canetti wird Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste in Wien.

1980: Die Fackel im Ohr. Lebensgeschichte 1921-1931 erscheint.
Johann-Peter-Hebel-Preis.

1981: Franz-Kafka-Preis.
Nobelpreis für Literatur.

1983: Canettis Werke sind in mehr als 25 Sprachen erschienen.
Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

1985: Das Augenspiel. Lebensgeschichte 1931-1937 erscheint.

1987: Das Geheimherz der Uhr. Aufzeichnungen 1973-1985 erscheinen.

1988: Tod Hera Canettis am 29. April. Canetti lebt abwechselnd in London und Zürich.

1992: Die Fliegenpein. Aufzeichnungen erscheint.

1994: Elias Canetti stirbt am 14. August im Alter von 89 Jahren in Zürich.
Nachträge aus Hampstead. Aus den Aufzeichnungen 1954-1971 erscheint. Canetti hatte das Manuskript dem Verlag im Frühjahr übergeben.

Seitdem: Weitere Veröffentlichungen im Carl Hanser Verlag aus dem umfangreichen Nachlass Elias Canettis.

Start der Werkausgabe Canettis mit dem Band Die Blendung.

Abschluss der Werkausgabe mit dem Band Aufsätze – Reden – Gespräche.